die bar

die bar

tief bohre ich meine finger in die armlehne der hotelbar
ein ruhevoller braunton erfüllt den raum
kleine goldgelbe lichterketten an den wänden zerstreuen einen angenehmen hauch durch die luft
die luft, sie ist stickig und grauer rauch formiert sich in den aufgehängten biergläsern über mir zu feinen wirbeln.
die spiegel an der decke lassen den raum grade zu endlos wirken.
fragmente von stimmen geflüster und lautem lachen dringen in meine ohren.
ich beobachte die lieblose art und weise des kellners die früchte über den rand der gläser zu drücken.er ist ein dickbäuchiger mann mit schnauzbart.seine schwarze schürtze spannt und wirkt mit jeder minute enger.
die leute neben mir tragen nur masken.sie sind nicht sie selbst.der alkohol ist schuld.laut jauchzen und lachen sie,sich über den tresen beugend..nuckelnd an ihrem wundermittel dass die realität umschleiert,schöner macht..unwiderstehliche widerwirklichkeit.langsam unaufhaltsam trennt der alkohol das gewirr von wahrnehmung und verarbeitung.
ihre gesichtszüge scheinen einer schwereanomalie zu zeugen.
ihre augen werden klein,ein befriedigtes lächeln windet sich um ihren mundsaumen.jeder der menschen um mich herum ist der wirklichkeit gewichen und ersetzt sie nun wohl durch eine art filmband..alles ist anders..alles ist schön..das licht perfekt,die wahrnehmung vermag nur noch ein kindchenschema durch impulse an das gehirn zu leiten.
ich fühle mich allein zwischen einer art harmlosen zombiegesellschaft.de musik beginnt zu dröhnendie lichter blenden mich..alle türen sehen so verschlossen.undurchdringlich aus.ich sinke tiefer über die kante meines stuhls.mein gesicht,aufgestützt auf meine hand beginnt drarauf förmlich zu zerschmelzen..langsam scheinen meine augenlider wie wachs auf das glatte holz unter mir zu tropfen.
meine nachbarn erreichen mitlerweile den stand eines verkörperlichten antidepressiva.
angesichts meines alkoholfreien vitamindrinks lasse ich all das negative in meinem leben revue passieren.mitlerweile steht mir die decke des raumes mit all ihrer gravitation auf dem nacken.
ich beobachte nach wie vor die geballte masse enthirnter menschenaffen um mich herum.einige zwirbeln unbeholfen mit den trinkhalmen in ihrem gesöff,andere warten ungeduldig darauf einen blick des kellners zu erhaschen damit dieser sich ,und mir ist unklar wie,durch die tisch und sessellandschaft zu ihnen begibt um eine bestellung aufzunehmen.stellt dieser eine rückfrage scheint es als stünde zwischen den synapsen in ihren hirnen ein staudamm.
ein chronisch idiotisches nicken gibt dem kellner zu verstehen worauf der wille der bestellung beruht.
erneut rollt er zur theke um dumpf ein bischen enthirngesöff in ein glas zu schütten..verziert mit braun angelaufenen zitronenscheiben...

26.2.07 19:32

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